ident.africa e.V. initiiert Zusammenarbeit von RWTH Aachen und Universität Maroua – Traditionelle Baustoffe und Baumethoden im Norden Kameruns im Fokus der Forschung


Köln, 21. Dezember 2011 – ident.africa e.V. hat ein gemeinsames Forschungsprojekt der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der nordkameruner Universität Maroua vermittelt. Das Forschungsvorhaben erfasst lokale Architekturen sowie traditionelle Bauweisen systematisch, untersucht empirisch ihre Wirkweisen und vergleicht sie mit Bauweisen in klimatisch ähnlichen Regionen. Das gewonnene Wissen wird anschließend für den Bau einer Vorschule im kamerunischen Ort Boboyo genutzt. Im Vordergrund steht dabei eine klimagerechte und identitätsstiftende Architektur. Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Auftakt der Zusammenarbeit beider Hochschulen war ein Workshop mit Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe, der das Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen leitet. Sechs Kameruner Studenten waren im Mai 2011 zusammen mit ihrem Hochschullehrer nach Aachen gereist, um gemeinsam mit Aachener Studenten die zu untersuchenden Parameter für eine klimagerechte Bauweise festzulegen und zu bewerten. Damit waren die maßgeblichen Faktoren für den anschließenden Feldversuch theoretisch bestimmt. Zum zweiten Teil des Workshops reisten anschließend zehn Studierende der RWTH Aachen nach Kamerun, um gemeinsam mit den Kameruner Forschern Experimentalbauten zu errichten. Insgesamt baute das Team im Juni 2011 vier Gebäude und stattete sie mit Messeinrichtungen aus. Auf diese Weise wurde es möglich, Temperatur-Abstrahlung, Luftzirkulation sowie andere von Bauweisen und Baustoffen beeinflusste Aspekte empirisch exakt zu erfassen. Derzeit laufen die Auswertungen der Messungen. Anfang 2012 werden die Ergebnisse vorliegen, sodass mit dem Bau einer klimagerechten und in die örtlichen Traditionen eingebunden Schule begonnen werden kann.

Der Austausch der Studierenden beider Hochschulen fördert darüber hinaus den internationalen Wissensaustausch und ist daher inhaltlich breiter angelegt. Neben der unmittelbaren Anwendung des gewonnenen Wissens beim Schulbau vermittelt das Projekt den Studenten auch historische und landeskundliche Kenntnisse über das jeweils andere Land. Langfristig sollen die gewonnenen Erkenntnisse über die Universität Maroua weiter vermittelt werden und eine klimagerechte und ressourcen-schonende Bauweise in Kamerun fördern.

„Die direkte Zusammenarbeit zwischen der RWTH Aachen und der Universität Maroua schafft nicht nur der Forschung einen wertvollen Wissenszuwachs in den bisher nur spärlich untersuchten Architekturen südlich der Sahara, sondern fördert auch den akademischen Austausch in Nord-Süd-Richtung“, sagt Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe.

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