6. Februar – Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Seit 2013 findet jährlich am 6. Februar der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (International Day of Zero Tolerance to Female Genital Mutilation) statt. Die UNO (Vereinten Nationen) hatte den Tag gegen Genitalverstümmelung erklärt, um das Bewusstsein über diese Menschenunwürdige Praxis zu stärken und bis 2030 weltweit abzuschaffen. 

Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach einer aktuellen Untersuchung auf 150 bis 200 Millionen betroffenen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Das „Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children“ (IAC) rief bereits im Jahr 2003 den „Internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung“ aus, um die Weltöffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen. Laut TERRES DES FEMMES dürften „Tatsächlich doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für den Subsahararaum, Ägypten und Irak umfassende Studien.“

Weibliche Genitalverstümmelung ist in vielen afrikanischen Ländern verbreitet. In manchen Orten sind mehr als 90% der Frauen, die entbunden haben betroffen und müssen ihr Leben lang die unterschiedlichen Form von Genitalverstümmelung Praktiken erleiden. Der Eingriff erfolgt meistens im Alter von 5 bis 10 Jahren, Fälle von Bescheidungen mit Beginn der Pubertät sind keine Seltenheit. Die Folge dieses oft sehr schmerzhaften Eingriffs, führt  bei den Betroffenen zu lebenslangen physischen und psychischen Beschwerden, schweren gesundheitlichen Komplikationen bei Schwangerschaften und Geburten, sogar in vielen Fällen zum Tode.

Laut dem Berliner Verein TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. umfasst weibliche Genitalverstümmelung unterschiedlichen Formen. Dabei werden Klitoris und äußeren weiblichen Genitalien vollständig oder teilweise entfernt, in der schlimmsten Form wird gar die Vagina bis auf ein kleines Loch zugenäht und dadurch die natürlichen Funktionen des weiblichen Körpers stark beeinträchtigt.

Wenn in vielen Ländern die weibliche Genitalverstümmelung verboten ist, wird diese Menschenunwürdiger Eingriff an Mädchen in West-, Ost-, und Zentralafrika durch „ältere Frauen“ weiter praktiziert. Schlimmer sogar vom medizinischen Personal durchgeführt.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Sie ist abscheulich und Menschenunwürdig. Sie ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das geahndet werden muss. In Deutschland ist Genitalverstümmelung eine Straftat. Es drohen bis zu 15 Jahre Haft. „Der Schutzbrief macht Familien deutlich, dass das deutsche Recht bei dieser archaischen Straftat nicht an unseren Landesgrenzen Halt macht und weist sie auf die ernsthaften Konsequenzen hin.“ Sagte Bundesfamilienministerin, Franziska Giffey.

ident.africa e.V. durch seinen Vorsitzenden, Fred-Eric ESSAM begrüßt und unterstützt den von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, am 05. Februar 2021 in Berlin vorgestellten SCHUTZBRIEF DER BUNDESREGIERUNG GEGEN WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNG, „den die Familien und gerade auch die betroffenen Mädchen mit auf ihre Reisen in die Herkunftsländer nehmen können und sollen.“ ESSAM sagte: „Ich erteile eine Rote Karte, Denjenigen auf der ganzen Welt, die im 21. Jahrhundert für die Genitalverstümmelung eintreten oder Befürwortern und durch ihre Menschenunwürdigen Praktiken und auf vielfältigen Art und Weise das Leben von Kindern, jungen Frauen, die Gesundheit der Mütter auf Dauer physisch und psychisch beeinträchtigen.“

Für 2021 startet ident.africa e.V. das Projekt: Ein Kind – Eine Geburtsurkunde – Eine Zukunft, im Einklang mit dem SDG-Ziel 16.9.1, eine legale Identität für alle, einschließlich der Geburtsregistrierung bis 2030 zu ermöglichen. In der Region „Extreme-Norden“ von Kamerun verfügen heute noch, nicht alle Kinder über eine Geburtsurkunde. Ein Kind ohne Geburtsurkunde wird von keiner Statistiken erfasst, kann seine Grundrechte nicht wahrnehmen, im Fall einer genitalen Verstümmelung nicht medizinisch versorgt werden. Eine Situation, die dem Kind große Nachteile bringen und seine Zukunft langfristig behindern kann.

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Der Schutzbrief ist ausdruckbar unter: www.bmfsfj.de/fgm-schutzbrief.